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Schulalltag und Zukunftsträume

Schulalltag und Zukunftsträume

Das Projektangebot an der Feldmark-Grundschule entstand im Jahr 2016 ausgehend von der Grundidee, eine „Soziale Gruppe Kunst“ in Zusammenarbeit mit Integrationserzieherin und -erziehern an der Schule zu etablieren. Aus der ursprünglichen Idee der sozialen Gruppe entwickelte sich ein eigenständiges, wöchentliches Kunst- und Kulturangebot der Jugendsozialarbeit. Das Projektangebot lief bis zum Ende des Schuljahres 2017/2018 und mündete in der Kinder-Kunst-Ausstellung „Ich und die Zukunft“ am 4. September 2018.

Ziele

Das Projekt ist Bestandteil des Entwicklungsziels der Gewaltprävention. Die Wertschätzung der individuellen Arbeiten und damit der Individualität der Kinder soll zur Stärkung des Selbstvertrauens und zur Beförderung des Selbstwertgefühls beitragen. Diese konsequent ressourcenorientierte Grundhaltung soll den Kindern positive Rückmeldungen erfahrbar machen, die sie sonst im Schulbetrieb nur selten erhalten – und von Gleichaltrigen meistens nur für andere, zum Teil destruktive Verhaltensweisen.

Zielgruppe

Das Angebot richtete sich überwiegend an verhaltensauffällige Kinder, denen es selten gelingt, einen kompletten Schulltag ohne Konflikte mit ihren Mitschülerinnen oder Mitschülern oder dem Schulpersonal zu absolvieren. Jedoch wirkten auch stille und introvertierte Kinder sowie Kinder, die dem Autismus-Spektrum zuzurechnen sind, im Projekt mit. Diese konnten in ihren nonverbalen Ausdrucksweisen befördert werden und sich doch behutsam und am eigenen Tempo ausgerichtet als Teil einer Gruppe begreifen.

Ablauf

Das Projekt war am Vormittag angesiedelt und richtete sich an wechselnde Kleingruppen von je zwei bis maximal acht Kindern. Auschlaggebend für die wöchentlich wechselnde Gruppenzusammenstellung war die aktuelle Alltagsdynamik des Schulbetriebes sowie die Verfassung der Kinder und ihre Bereitschaft zur Mitwirkung. Im Gruppengeschehen und während der Ausstellungsvorbereitung stand das prozesshafte gemeinsame Erleben und das Erlernen alternativer Konfliktlösungsstrategien im Vordergrund.

Die Eltern wurden gezielt und bei spontanen Begegnungen über die Entwicklungen ihrer Kinder im Projekt informiert. Diese regelmäßigen Elterngespräche waren ebenfalls konsequent an den Stärken der Kinder ausgerichtet. Nur auf ausdrücklichen Elternwunsch wurden dabei auch andere Thematiken des Schulalltages besprochen. Besonders im Falle der stark verhaltensauffälligen Kinder wurde dies auf beiden Seiten als ungewohntes und wohltuendes Setting empfunden, da bei anderen Elterngesprächen und Besprechungen oftmals Erziehungsfragen im Zusammenhang mit den Verhaltensauffälligkeiten der Kinder im Fokus der Gespräche stehen.

Über einen Zeitraum von knapp zwei Jahren erarbeiteten die teilnehmenden Kinder die Ausstellung „Ich und die Zukunft“. Während der Dauer der Ausstellung (bis zum Herbstfest der Schule am 28. September 2018) konnten die mitwirkenden Kinder als Ausstellungsführer:innen von interessierten Schulklassen „gebucht“ werden.

Herausforderungen

Wichtig für das Projekt ist die Unterstützung durch die Lehrkräfte: In einigen Situationen durften Kinder auf Anordnung ihrer jeweiligen Klassenleitungen als Strafe für negatives Verhalten nicht am Projekt teilnehmen. Dies löste zum Teil jedoch weitere Widerstände dieser Kinder aus. Leider waren einzelne Elternhäuser trotz des niedrigschwelligen Kontaktangebotes des Kunstprojekts nur schwer für die Elternarbeit zu gewinnen.

Positive Veränderungen

  • Ein positiver Zugang und Kontext zum Lernort Schule wird durch das Projekt für stark verhaltensauffällige Kinder und für deren Eltern geschaffen und erfahrbar gemacht.
  • Die Konfliktbereitschaft einzelner beteiligter Kinder war während der Teilnahme im Projekt deutlich reduziert.
  • Die stillen und unsicheren Kinder, aber auch die lauteren und extrovertierten Kinder erlebten das Projekt als eine „Oase der Ruhe“, um bei sich und bei ihren Werken anzukommen.
  • Die Kinder hatten gemeinsam Spaß und das Projekt leistete somit auch einen Beitrag dazu, die Schule als einen Ort der Freude zu empfinden.
  • Die Elternarbeit konnte hinsichtlich Erreichbarkeit und Bereitschaft bei diversen Eltern verbessert werden, die Eltern erhielten positive Rückmeldungen zu ihren Kindern.
  • Das Schulpersonal konnte in konflikthaften Situationen entlastet werden.

Erstelldatum: September 2018

Ansprechperson
Tobias Buchholz

 

E-Mail: programmagentur(at)stiftung-spi.de Telefon: 030 2888496-0